Von der Raupe bis zum Seidenschal - der gesamte Zyklus der Seidenweberei

In Thailand ist die Seidenweberei seit Jahrhunderten eine Spezialität der Dörfer im Nordosten des Landes, genannt Isarn. Auch in der heutigen globalen Welt kann die Handwerkskunst der Seidenweberei vorherrschend in diesen Dorfgemeinschaften des Isarn gefunden werden. Heute ist dies mehr als je zuvor der Fall, da die Thai Seide zu Ruhm in der ganzen Welt gelangt ist.

Mehr über die Geschichte und den Weg zu Weltruhm der Thai Seide finden Sie hier.

 

Dieser Artikel erläutert die ganze Produktionskette, welche ein Seidenschal von der Raupe bis zur Fertigstellung durchläuft.

Das Leben der Seidenraupen

Die Seidenwürmer werden in flachen Körben oder Schalen aus Bambusholz gehalten und merhmals täglich gefüttert. Die Körbe werden in Baumwoll-Decken gewickelt, um die Würmer vor Insekten und anderen Fressfeinden zu schützen.

Maulbeer-Pflücker müssen in den Feldern die Blätter des Maulbeerbaumes sammeln, damit der große Hunger der Seidenwürmer gestillt werden kann.

Nach 24 Tagen Fütterung beginnen die Seidenraupen ihre Köpfe zu heben und hören auf zu essen, dies ist das Zeichen, dass sie nun die Seidenfäden spinnen werden, um so einen Kokon zu formen.

Die Gewinnung der Seidenfäden

Mit großer Sorgfalt müssen die Seidenraupen aus den Körben genommen werden. Nun werden die Seidenraupen in kochendes Wasser gegeben, um die Seidenfäden gewinnen zu können. Dabei ist es die Aufgabe des Seidenwebers die einzelnen Fäden der Seidenraupen zu einem einzigen dicken Faden zu verbinden.

Denn jeder Kokon der thailändischen Seidenraupen besteht aus mehreren Seidenfäden. Ein spezielles Holzinstrument wird benutzt, um die Enden der Seidenfäden in dem kochenden Wasser aufzuspüren und von der Raupe abzuspinnen.

Diese Arbeit fordert nicht nur große Fingerfertigkeit und Erfahrung, sondern auch viel Schweiß, da die Arbeit über einem Bottich voll kochendem Wasser in der thailändischen Hitze ausgeübt werden muss.

Weiterverarbeitung der Seidenfäden

Die gewonnen Fäden werden anschließend gewaschen und in heißem Wasser mit Bleiche gefärbt oder im natürlichen Farbton belassen. Der Seidenfaden der traditionellen thailändischen Seidenraupe ist golden.

Nach Waschung und Färbung wird die Seide in der thailändischen Sonne getrocknet.

Der getrocknete und gefärbte Seidenfaden wird nun mit Hilfe eines Spinnrades auf Spulen gewickelt.

Die auf Spulen gewickelte Seide wird dann mit Hilfe des Webstuhls zur Meterware verarbeitet. Dabei lässt die Weberin das Weberschiff von Seite zu Seite flitzen, in dem Sie an einer Kordel zieht und gleichzeitig die Pedale des Webstuhls tritt. Dabei müssen Hände und Füße in perfektem Rythmus arbeiten, damit die Seide zur glatten und lückenlosen Meterware verarbeitet werden kann.

Die traditionellen thailändischen Häuser stehen auf Beinen, damit man vor Fluten geschützt ist und die Luft besser zirkulieren kann. Die Handwerkskunst der Seidenweberei wird zumeist von Frauen in der freien Fläche unter dem Haus ausgeübt. Sollten Sie in einem thailändischen Seidenweberdorf vorbeikommen, halten Sie nach Utensilien der Seidenweberei, wie Webstühlen oder Seidenspulen Ausschau. Hier können Sie mit etwas Glück Ihren Seidenschal kaufen, direkt vor Ort vom Seidenweber.

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